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Titel: Gegen den Strom - Schule im Widerstand (Elke Urban)
Beginn: 26.11.2014 19:00
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Beschreibung: Elke Urban

Gegen den Strom - Schule im Widerstand

Die Leipziger Schulen standen bis 1989 drei Generationen lang unter dem Einfluss zweier Diktaturen. Kinder und Jugendliche wurden indoktriniert und sollten zu staatskonformen Insassen erzogen werden. Dennoch gab es immer wieder Lehrer und Lehrerinnen und ebenso Schülerinnen und Schüler, die ihre wenigen verbliebenen Handlungsspielräume dazu nutzten, um dagegen Widerstand zu leisten. Ihr auflehnendes Verhalten hatte für diese Andersdenkenden zumeist schwerwiegende Folgen.

Einblicke in die Motivation und in die Biographien dieser Abweichler ebenso wie in die Akten von Gestapo und Stasi zeigen, oft waren es zunächst nur harmlose Schülerstreiche, die in einer Diktatur sehr schnell zu Staatsverbrechen aufgebauscht werden konnten. Wie bewerten wir heute diesen Mut? Inwiefern brauchen wir auch jetzt Beispiele von Zivilcourage, um vorhandene demokratische Werte zu verwirklichen?

Elke Urban, Lehrerin für Musik und Französisch, zog sich 1975 aus dem DDR-Schuldienst zurück und war nach 1989 an mehreren reformpädagogisch und konfessionell geprägten Schulgründungen beteiligt. Für ihr Engagement erhielt sie 1995 das Bundesverdienstkreuz und 2013 die Sächsische Verfassungsmedaille. Seit 2000 ist sie Leiterin des Leipziger Schulmuseums.



Die Vorlesungsreihe "Schule wohin? Lernen und Wissen in Zukunft und Vergangenheit" findet immer mittwochs ab 19:00 statt.

Schon Seneca beklagte, dass wir nicht für das Leben, sondern die Schule lernen: „Ja sagen wir’s doch gerade heraus: Es wäre besser, wir könnten unserer gelehrten Schulbildung einen gesunden Menschenverstand abgewinnen.“

Seit dem 16. Jahrhundert gab es den Ruf nach einer allgemeinen Schulpflicht, verbindlich eingeführt für die ganze Republik wurde sie in Deutschland erst 1919, auch wenn einzelne Länder sie schon besaßen. Ein Jahrhundert also und doch erscheint es uns allen, als sei die Schule das Natürlichste der Welt. An ihr entzünden sich immer wieder Weltanschauungskrisen: Was wollen wir lehren, was ist sinnvoll für die Kinder? Wie viel Vergangenheit ist notwendig für die Zukunft? Sollte ein jeder mehr als Prozentrechnen können und warum stur Vokabeln einer Sprache pauken, die wir nie sprechen werden? Wenn wir über Zustand und Zukunft der Schule reden, müssen wir über Pisa hinausdenken. Wir müssen uns mit Fragen des Leistungsdrucks beschäftigen, der Spielräume, die wir den Kindern lassen, ihrer Aufmerksamkeit. Mithin: die Schule, wie sie ist, nicht als selbstverständlich sehen. Mit Hilfe des Zentrums für Lehrerbildung und Schulforschung (ZLS) und von Pädagogen, Historikern und Philosophen – aber auch einem Schülerrat und der Kultusministerin – gilt es im Wintersemester diese Fragen zu verfolgen. Wir laden Sie herzlich ein: Reden Sie mit!


Wir freuen uns auf Ihren Besuch

Elmar Schenkel
Veranstaltungsort:
Adresse: Universität Leipzig
Universitätsstraße 3, Hörsaal 1
04107 Leipzig
Veranstalter:
Adresse: studium universale Wintersemester 2014/15: Schule wohin?
Dominik Becher, Katharina Simowitsch
Telefon: 0341/97-37395
E-Mail: studiumuniversale@uni-leipzig.de
Homepage: http://www.zv.uni-leipzig.de/studium/weiterbildung/studium-universale.html

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