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Titel: Vom Wagnis der Wahrheit in der Philosophie
Beginn: 14.10.2014 00:00
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Beschreibung: Vertrauensvoll empfing mich die Göttin, sie ergriff mit ihrer Hand meine Rechte, begrüßte mich und sprach die folgenden Worte: „Junger Mann…es ist ja kein böses Geschick, das dich fortgeleitet hat über diesen Weg, um ans Ziel zu gelangen - einen Weg, der weitab vom üblichen Pfad der Menschen liegt -, sondern göttliche Fügung und Recht. So gehört es sich, dass du alles erfährst: das nichtzitternde Herz der gutgerundeten Unverborgenheit und Wahrheit (a-létheia), zugleich aber auch die Meinungen der Sterblichen, denen keine wahre Verlässlichkeit innewohnt.“ Parmenides aus Elea (um 500 v. Chr.) Die A-létheia, die Unverborgenheit, heißt die gutgerundete, weil sie im reinen Rund des Kreises gedreht ist, auf dem überall Anfang und Ende dasselbe sind. In dieser Drehung gibt es keine Möglichkeit des Verdrehens, Verstellens und Verschließens. Der sinnende Mann soll das nichtzitternde Herz der Unverborgenheit erfahren. Was meint das Wort vom nichtzitternden Herzen der Unverborgenheit? Er meint sie selbst in ihrem Eigensten, meint den Ort der Stille, der in sich versammelt, was erst Unverborgenheit gewährt. Das ist die Lichtung des Offenen. Martin Heidegger, Das Ende der Philosophie und der Anfang des Denkens (1964 n.Chr.) Zweieinhalb Jahrtausende trennen diese beiden Texte voneinander. Der erste entstammt den allerersten Anfängen der griechischen Philosophie, dem in Hexametern verfassten Lehrgedicht des Parmenides es beschreibt die Entdeckung der Wahrheit und die Entlarvung allen Scheins als Lohn für eine wagemutige Fahrt fernab aller ausgetretenen Pfade, als eine Expedition, die geleitet ist und geschützt vom göttlichen Recht. Das zweite, auf den ersten Text streng bezogene Zitat stammt aus der Feder des späten Heidegger, eines Denkers, der wie kein anderer Philosoph der heraufkommenden Moderne Geschick und Geschichte der philosophischen Wahrheitsforschung des Abendlandes in ständiger Rücksicht auf deren Ursprung bei den Griechen nachgezeichnet und dabei einer radikalen Neubesinnung unterzogen hat, wobei dem Philosophen Heidegger sogar die Philosophie als solche fragwürdig wurde.

Auf diesem Hintergrund beschränkt sich der Kurs angesichts der komplexen Fülle von Theorien der Wahrheit aus Antike, Mittelalter und Neuzeit auf das Studium der besonders geschichtsmächtig gewordenen Konzeptionen von Platon, Aristoteles, Thomas von Aquin, René Descartes, Charles Sanders Peirce und Ludwig Wittgenstein. Die Texte werden den TeilnehmerInnen zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt. 8 Termine dienstags 18 Uhr - 18.30 Uhr: 14.10., 4.11., 11.11., 18.11., 25.11., 2.12., 9.12. und 16.12.2014
Veranstaltungsort:
Adresse: Haus der VHS Steglitz-Zehlendorf
Onkel-Tom-Str. 14
14169 Berlin
Veranstalter:
Adresse: VHS Steglitz-Zehlendorf
Telefon:  
E-Mail: service@vhssz.de
Homepage: http://www.berlin.de/vhs-steglitz-zehlendorf/

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