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Titel: Bewußtsein in Hirnforschung und Philosophie
Beginn: 22.09.2014 19:30
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Beschreibung: Angesichts des enormen Aufschwungs, den die Hirnforschung seit der 1990 ausgerufenen "Decade of the Brain" genommen hat, ist der Eindruck entstanden, die "Wissenschaft stünde kurz davor, dem Gehirn seine letzten Geheimnisse zu entreißen" - wie es elf führende Neurowissenschaftler in Deutschland im Herbst 2004 in ihrem "Manifest" in der Zeitschrift "Gehirn und Geist" ausdrückten.
Heute, zehn Jahre nach dem "Manifest", ist eine gewisse Ernüchterung eingetreten.
Das Gehirn erweist sich als komplexer als vermutet. Und das Bewußtsein erweist sich als
„das schwierige Problem“ (David Chalmers). Es ist "das größte noch ungelöste Problem in der Biologie" - wie Francis Crick im Vorwort zu Christof Kochs Buch "Bewußtsein - ein neurobiologisches Rätsel" schreibt.

Kern der Wissenschaft vom Bewußtsein ist der Versuch, die Ich-Perspektive zu verstehen. Betrachten wir die Welt aus wissenschaftlicher Sicht, nehmen wir die Perspektive der dritten Person ein. Wir sehen ein Subjekt als Körper mit einem Gehirn und einem bestimmten Verhalten. Wir bilden uns dann ein, objektiv zu sein, aber es fehlt etwas für den Menschen Wesentliches: Jeder Mensch weiß, dass es sich irgendwie anfühlt, bewußt zu sein. „What is it like“, nennt es der Philosoph Thomas Nagel. Wir haben Empfindungen, Gedanken, Gefühle… Es gibt einen subjektiven Erlebnisgehalt mentaler Zustände. Wie läßt sich das Erleben erklären? Man nennt es das Qualia-Rätsel.

Viele Neurowissenschaftler gehen von einem reduktionistischen Ansatz aus: Sie glauben, Bewußtsein erwachse aus dem Gehirn. Wie das geschehen soll, konnten sie noch nicht klären. Welche Beziehung besteht zwischen dem Bewußtsein und den elektrochemischen Wechselwirkungen im Körper? Erwächst Bewußtsein aus dem Körper (womöglich aus einem bestimmten Hirnareal) oder entsteht es auf andere Weise? Entsteht es linear oder in einem emergenten Prozeß? Ist es eine „Illusion“ des Gehirns , die sich beim Benutzer einstellt (Patricia Churchland) oder ein „Grundmerkmal der Welt“, das auf nichts anderes reduzierbar ist?

Bewußtsein ist nicht allein ein neurobiologisches Rätsel, sondern auch ein philosophisches.
Im Seminar werden wir die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse mit Erkenntnissen konfrontieren, die von Philosophen gewonnen wurden. Wir werden uns mit modernen Texten von Neurowissenschaftlern ebenso beschäftigen wie mit philosophischen Texten von Platon über Descartes und Kant bis Husserl, Nagel und Chalmers.

Dozent(en): Norbert Volpp
Veranstaltungsort: Bad Homburg, Volkshochschule
Veranstaltungs-
tag(e): Montag
Zeitraum Mo. 22.09.2014 - Mo. 08.12.2014
Dauer: 10 Termine
Uhrzeit: 19:30 - 21:00
Kosten 56,00 EUR
Veranstaltungsort:
Adresse: VHS Bad Homburg
Elisabethenstraße 4 - 8
61348 Bad Homburg v.d.Höhe
Veranstalter:
Adresse: VHS Bad Homburg
Norber Volpp
Telefon: 06172/ 23006
E-Mail: info.vhs@bad-homburg.de
Homepage: http://www.vhs-badhomburg.de

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