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Jürgen Habermas: „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ |
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16.11.2012 18:30 |
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Lesekreis Politische Theorie. Jürgen Habermas: „Strukturwandel der Öffentlichkeit“.
Wenn wir heute mit Blick auf die Vorgänge politischer Meinungsbildung verlangen, dass es in der Gesellschaft und den Organisationen, die sie tragen, pluralistisch zugehen soll, wenn wir die Fähigkeit zum Diskurs und zum Ertragen von Meinungsverschiedenheiten kultivieren, wenn autoritäres Befehlen und automatisches, blindes Gehorchen abgelehnt wird, dann kann leicht vergessen werden, dass vor gar nicht so langer Zeit ganz andere Werte gegolten haben.
Die Mitwirkung bei der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten war Sache der Eliten und der Autoritäten. Eine letzte Zuspitzung erfuhr diese Ideologie im Nationalsozialismus, dessen Organisationsprinzip Führerherrschaft und Gefolgschaftstreue lautete und unter dessen Devise „Eine Volk – ein Reich – ein Führer“ die – tatsächliche oder willkürliche zugeschriebene – Abweichung von der Norm Menschen zum Untergang verurteilte.
Die Auseinandersetzung mit dieser Art Gesellschaftsorganisation, die besonders ab den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts stattfand, war bestimmt durch Aufbegehren und die Forderung nach Teilhabe. Neben der stürmischen Auseinandersetzung in den Institutionen, die Demokratie als Menschenrecht einforderte, entwickelte sich auch die wissenschaftliche Kritik, die ausführte, warum die moderne Massendemokratie auf die Beteiligung der ganzen Bevölkerung an der politischen Willensbildung angewiesen ist.
In dieser großen Auseinandersetzung entwickelte Jürgen Habermas seine folgenreichen Forschungen, die der 1929 geborene bis heute fortsetzt. Sie haben weit über den deutschsprachigen Raum hinaus zum Verständnis von Bedingungen und Möglichkeiten von Demokratie und Teilhabe beigetragen.
Bei unserer Lektüre, die sich auf drei, höchstens vier Abende erstrecken soll, kann es nicht darum gehen, eine Übersicht Habermas‘ Schaffens zu bieten. Unserer Auseinandersetzung mit Auszügen des 1962 erschienen und 1990 von Habermas in einem ausführlichen Vorwort neu kommentierten Buches „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ soll die theoretische Einordnung von Begriffen und Werten der heutigen politischen Alltagssprache ermöglichen, auch soll der Kurs zur immer wieder aktuellen Auseinandersetzung mit Habermas‘ reichem Schrifttum anregen.
Die Kursunterlagen werden als Kopien bereitgestellt. Um Anmeldung – StefanBreit@freenet.de – wird gebeten.
Kontakt
RLS-Regionalbüro Bayern
Westendstraße 19
80339 München
Telefon: (089) 51996353
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