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Titel: philosophisches café: christina von braun
Beginn: 21.11.2012 19:00
Karte: Bei Google Maps anzeigen
Beschreibung: philosophisches café: christina von braun

Thema: Geld, Gast: Christina von Braun, Reinhard Kahl moderiert

„Die Opferlogik des Geldes schuf die Voraussetzungen für die Fruchtbarkeit des Geldes.”

Wir schwimmen im Geld wie der Fisch im Wasser. Nicht, dass jeder so viel davon hätte. Aber Geld bildet ein Milieu, uns so selbstverständlich, dass wir über seinen spezifischen Stoff zumeist weniger wissen als über H2O. Es reichte offenbar zu wissen, wie Geld funktioniert.

Christina von Braun, die an der Humboldt Universität zu Berlin Kulturwissenschaften lehrt, beschreibt, wie Geld aus Opferritualen entstanden ist. Sie zeigt, dass Opfer und Schuld noch immer wie Wasserzeichen in jedem Geldschein stecken. Geld wurde gewissermaßen aus dem Nichts erzeugt. Tieropfer beglaubigten es, machten es zu etwas Wirklichem. Dieses Wirkliche ist ein Versprechen, das immer wieder beglaubigt werden muss. Später übernahmen der Staat oder das Gold diese Funktion. Aber bereits Keynes hatte ausgerechnet, dass das gesamte in den vergangenen 6000 Jahren geförderte Gold in ein Frachtschiff passe. Ohne Vertrauen ist Geld nichts wert. Konjunkturen enden, wenn die Zuversicht, dass es aufwärts geht, schwindet. „Und das ist genau der Moment, wo Menschen dran glauben müssen.” Deren Opfer sollen dann den verlorenen Glauben aller anderen wieder aufrichten. Der Gemeinplatz, dass in der Krise Opfer gebracht werden müssen, klingt nun ganz anders. Ohne Opfergänge, immer wieder, hat sich dieser abstrakte Stoff nicht durchgesetzt. Geld hat allerdings unsere Zivilisation überhaupt erst ermöglicht. Dass es soziale Mobilität und Aufstieg gibt und dass die Gesellschaft flüssig geworden ist, verdanken wir ihm. Es ist nicht nur ein Tauschmittel. Und Geld ist auch nicht aus dem Tausch entstanden. Geld ist eine säkulare Religion. Es wird Zeit, sie aufzuklären.

Frage an Christina von Braun: Regiert im Finanzsektor die Gier? „Angst ist viel besser geeignet zu erklären, weshalb Menschen derart die Nullen zu vermehren versuchen. Wir sind ja konfrontiert mit einem Geld, das gar keinen materiellen Bezug mehr hat. Also sind diese Menschen permanent bedroht von der Nichtigkeit, von diesem Nichtsein des Geldes. Das löst Angst aus. Durch Multiplikation der Nullen auf dem Konto kann man sie nicht überwinden. Man kann sie nur strukturell überwinden.”
Karten sind ab 15.10. an allen AdTicket-Vorverkaufsstellen, in der Buchhandlung Samtleben, über diese Website, bei der Hotline 0180-50 15 729 sowie an der Abendkasse erhältlich. Mitglieder des Literaturhaus e.V. können ihre Tickets ab 10.10. unter Telefon 040-22 70 20 11 kaufen und an der Abendkasse abholen.


Eintritt: 10,-/8,-/6,-
Veranstaltungsort:
Adresse: Literaturhaus Hamburg e.V.
Schwanenwik 38
22087 Hamburg
Veranstalter:
Adresse: Literaturhaus Hamburg
Telefon: 040-22 70 20 11
E-Mail: info@literaturhaus-hamburg.de
Homepage: http://literaturhaus-hamburg.de

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