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| Titel: |
Vorträge des Philosophischen Seminars - Adam Smith' Begriff der Gerechtigkeit zwischen Natur und Geschichte |
| Beginn: |
09.10.2012 17:15 |
| Karte: |
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| Beschreibung: |
Adam Smith gilt gemeinhin als Vertreter einer Gerechtigkeitstheorie, die bei den natürlichen
Gefühlen der Menschen, insbesondere dem Mitgefühl mit dem Leid unschuldiger
Opfer, ansetzt, und die die Grundlage für seine ökonomische Theorie bildet. Berücksichtigt
man jedoch seine Überlegungen zur historischen Entwicklung von Recht und Gerechtigkeit,
dann zeigt sich, dass sein Bild um einiges komplexer ist und dass ökonomische
und psychologische Prinzipien darin viel stärker verwoben sind. Der Prozess der
Durchsetzung von gerechten Gesetzen kann nicht alleine auf den natürlichen Gefühlen
aufbauen, sondern benötigt auch die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung im
«progress of opulence», die zur Unterminierung feudaler Machtverhältnisse führt. Aber
nicht nur die Umsetzung von Gerechtigkeit, sondern auch deren Basis in Form der
menschlichen Gefühle durchläuft eine historische Entwicklung. Smith steht somit am
Übergang von «natural jurisprudence» – Tradition zum Historismus. Aus den Überlegungen
zu seiner Gerechtigkeitstheorie lassen sich weitergehende Schlussfolgerungen für
heutige Versuche, Gerechtigkeit ahistorisch zu denken, ziehen.
Zur Person
Lisa Herzog studierte Philosophie (M.St.), Volkswirtschaftslehre (Diplom), Politikwissenschaft
und neuere Geschichte an den Universitäten München und Oxford und promovierte
als Rhodes Scholar am Department of Politics and International Relations, University
of Oxford. Seit September 2011 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich
Philosophie an der Universität St. Gallen und arbeitet an einem Habilitationsprojekt zu
ethischem Handeln in komplexen Organisationen. Ihre Interessensschwerpunkte liegen
in den Bereichen Wirtschaftsphilosophie und -ethik, Sozialphilosophie, Ethik, schottische
Aufklärung und deutscher Idealismus. Zu ihren Veröffentlichungen gehören u.a.
«Wer sind wir, wenn wir arbeiten? Soziale Identität im Markt bei Smith und Hegel», Deutsche
Zeitschrift für Philosophie 59(6), 2011, 835 – 852, «Higher and lower virtues in commercial
society – Adam Smith and motivation crowding out», Politics, Philosophy, and
Economics 10(4), 2011, 370 – 395 sowie die Mitherausgeberschaft von Potentiale der
symbolischen Formen. Eine interdisziplinäre Einführuhttp://www.philosophischeveranstaltungen.de/entry.php?month=10&year=2012&doit=new&mystyle=&sid=501a8d71d4d4a370c790e69acc9bbf7cng in Ernst Cassirers Denken (Königshausen
& Neumann 2011). Ihre Doktorarbeit unter dem Titel Inventing the Market.
Smith, Hegel and Political Theory, die mit dem Sir Ernest Barker Prize ausgezeichnet wurde,
wird demnächst bei Oxford University Press erscheinen.
Dr. Lisa Herzog, Universität St. Gallen
Vortrag im Rahmen des Philosophischen Kolloquiums
Di, 9. Oktober 2012, 17.15-19.00 Uhr |
| Veranstaltungsort: |
| Adresse: |
Universität Luzern, Raum 3.B55 Frohburgstrasse 3 6002 Luzern |
| Veranstalter: |
| Adresse: |
Universität Luzern Monika Padrutt |
| Telefon: |
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| E-Mail: |
monika.padrutt@unilu.ch |
| Homepage: |
http://www.unilu.ch |
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