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Titel: Symposion: Rätsel Mensch Menschenwürde nach Nietzsche
Beginn: 25.10.2012 18:00
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Beschreibung: Einführung von Dr. Beatrix Vogel und Stefan Grosser

Die philosophia perennis ist beherrscht von der Ansicht, es gebe einen Grundgehalt der abendländischen Philosophie und die damit verbundenen Grundprobleme hätten sich seit ihrer Entdeckung in der Antike nicht wesentlich verändert. Demgegenüber stehen wir in einer Zeit gewaltiger Veränderungen – man denke an die Entwicklungen in den Biotechnologien – mit unabschätzbaren Konsequenzen für das Menschenbild und damit auch für die menschlichen Steuerungs- und Orientierungsmöglichkeiten im weiteren Evolutionsprozeß.

Ansprüche einzelner empirischer Wissensdisziplinen (Evolutionsbiologie, Neurowissenschaften, Kybernetik, Systemtheorie) auf das Feld einer prima philosophia sowie grundlegende Veränderungen der Wissenskonzeption in den postmodernen Debatten, die, im engeren oder weiteren Anschluß an Nietzsche, einen alethischen und ethischen Nihilismus artikulieren und, unter der Prämisse der Unmöglichkeit der Erkenntnis von Wahrheit, zur Begründung von Wissensansprüchen und Normen lediglich deren jeweilige gesellschaftliche Akzeptanz heranziehen, stellen auch das humanistische Konzept der Menschenwürde in Frage, insbesondere die Nichtabstufbarkeit der Würde und die Sonderstellung des Menschen. Aktuelle Vorschläge in diesen Debatten (vgl. Stefan Lorenz Sorgners zentrale Monographie »Menschenwürde nach Nietzsche«, WBG 2010), aus dem Menschenwürdeprinzip des deutschen Grundgesetzes die Relikte von christlichem und Kantischem Denken zu eliminieren und – ungeachtet der sog. »Ewigkeitsgarantie« des Art. 79 – den sprachlichen Ausdruck »Würde des Menschen« aus Art. 1 GG zu verabschieden, sowie die Versuche (im Post- und insbesondere im Transhumanismus), über das im Grundgesetz verankerte Konzept des Menschen hinauszugehen und den evolutionären Schritt zu einer neuen Art einzuleiten, fordern dazu heraus, die politischen und philosophischen Implikationen und Konsequenzen dieser Positionen zu fokussieren.

Läßt sich die Essenz des humanistischen Paradigmas aus ihrem Kontext herauslösen und in neuer Weise und Form, im Kontext gegenwärtigen Denkens, als Grundlage eines zukunftsfähigen Menschenverständnisses und einer zukünftigen Kultur des Wissens formulieren?

Das Symposion soll den Bewußtseinsschub, den die Frage nach dem Menschen durch die heutigen postmodernen-posthumanistischen Debatten erfährt, fördern, für eine detaillierte Vergegenwärtigung unterschiedlicher Konzepte der Menschenwürde nutzen und speziell untersuchen, (1.) was diese unterschiedlichen Konzepte politisch-verfassungsrechtlich bedeuten oder bedeuten würden und (2.) was ein radikaler Immanentismus und ein damit einhergehender Verlust der kategoriallogischen Ebenendifferenz, auf die sich ein am klassischen Würdekonzept orientiertes Menschenbild stützt, logisch-erkenntnistheoretisch-philosophisch bedeutet.

Programm
Do., 25.10.2012, 18.00 – 20.30
Fr., 26.10.2012, 14.00 – 21.30
Sa., 27.10.2012, 10.00 – 21.30

Donnerstag, 25.10.2012:
18.00 – 18.30: Dr. Beatrix Vogel: Begrüßung
18.30 – 19.30: Prof. Dr. Michael von Brück:
Menschenwürde in verschiedenen Religionen und Kulturräumen
19.30 – 20.30: Diskussion

Freitag, 26.10.2012:
14.00 – 14.30: Dr. Beatrix Vogel: Begrüßung
14.30 – 15.30: Prof. Dr. Ram Adhar Mall:
Zur Stellung des Menschen im großen Haushalt der kosmischen Natur – eine interkulturelle Perspektive
15.30 – 16.30: Prof. Dr. Dr. Manfred Görg: Menschwerdung Gottes und Gottwerdung des Menschen – religionsgeschichtliche Implikationen
16.30 – 17.00: Kaffeepause
17.00 – 18.00: Prof. Dr. Lore Hühn:
Selbstbestimmung bei Schopenhauer – mit Blick auf Nietzsche
18.00 – 19.00: Prof. Dr. Edith Düsing: Zum revolutionären Bruch im Menschenbild zwischen Kant und Nietzsche (mit Ausblick auf die erratische Postmoderne)
19.00 – 20.00: Buffet
20.00 – 21.30: Podiumsdiskussion

Samstag, 27.10.2012:
10.00 – 10.30: Dr. Beatrix Vogel: Begrüßung
10.30 – 11.30: Dr. Stefan Lorenz Sorgner:
Jenseits einer rigiden Konzeption des Anthropozentrismus. Über den moralischen Status von Menschen, Menschenaffen und Computern
11.30 – 12.30: Prof. Dr. Annemarie Pieper:
Der Sinn der Erde. Nietzsches Umwertung der Menschenwürde
12.30 – 13.30: Buffet
13.30 – 14.30: Dr. Oliver W. Lembcke:
Menschenwürde und Menschenwürdeschutz. Eine politiktheoretische Betrachtung des Art. 1 GG
14.30 – 15.30: Karl-Heinz Schindler:
Vom Axiom zur Leerformel? Geistesgeschichtliche »Relikte« des Menschenwürdebegriffs in Artikel 1 des Grundgesetzes
15.30 – 16.00: Kaffeepause
16.00 – 17.00: Prof. Dr. Peter André Bloch: Das Problem der Menschenwürde bei Nietzsche – im Vergleich zu H. Hesse und F. Dürrenmatt
17.00 – 18.00: Prof. Dr. Kurt Weis:
Grenzerfahrung und Menschenwürde: Die Kör-perkünste der verschiedenen Kulturen als würdige Abenteuer für Leib und Seele
18.00 – 19.00: Buffet
19.00 – 21.30: Podiumsdiskussion
Veranstaltungsort:
Adresse: Seidlvilla
Nikolaiplatz 1b
80802 München
Veranstalter:
Adresse: Nietzsche-Forum München e.V.
Dr. Elke Wachendorff
Telefon: +49 (08105) 809 996
E-Mail: info@www.nietzsche-forum-muenchen.de
Homepage: http://www.nietzsche-forum-muenchen.de

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