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| Titel: |
Gelassenheit bei Meister Eckhart und Heidegger |
| Beginn: |
08.11.2012 16:00 |
| Karte: |
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Gelassenheit bei Eckhart von Hochheim (Meister Eckhart) und Martin Heidegger:
Der Nahe Spiegel des Mittelalters
Dozent: Prof. Dr. Johann Kreuzer, Oldenburg
In der 1955 gehaltenen Rede über „Gelassenheit“ hat Martin Heidegger gegenüber der „unheimlichen
Veränderung der Welt“, deren Akteure wie Zeugen wir sind, die Besinnung des Denkens gefordert. Der
Befund, den diese Rede anzeigt, hat nichts von seiner diagnostischen Aktualität verloren.
‚Besinnungslosigkeit’ zeichnet die Formen wie vor allem die Praxis eines Wissens aus, das alle Bereiche
des Zusammenlebens durchdringt. Den sich selbst instrumentalisierenden Bewußtseinsformen, die damit
zum Maß der technischen Welt werden, wird die (Forderung einer) „Gelassenheit zu den Dingen“
gegenübergestellt. Was hat es mit dieser ‚Gelassenheit zu den Dingen’ auf sich, die sich keineswegs in
einem reinen Protest gegen die Fortschritte technischer Wissenschaft erschöpft (Technophobie ist die
bloße Kehrseite rechnender Wissenschaft)? – was ist mit der damit verbundenen Besinnung des Denkens
angesprochen, woran wird mit der Rede von der Gelassenheit erinnert?
Um diese Fragen zu beantworten, ist der Rückgang auf eine der zentralen Gestalten mittelalterlichen
Denkens und Weltverstehens angezeigt: Eckhart von Hochheim hat zu Beginn des 14. Jahrhunderts den
‚lesemeisterlichen’ Sinn wie die ‚lebemeisterliche’ Dimension dessen, was Gelassenheit heißt – und was
sie, etwa als weltabgewandtes Lassen von allem, gerade nicht heißt –, in maßgeblicher Weise diskutiert.
Dies findet sich insbesondere in den in der Sprache des ‚gemeinen Volkes’ gehaltenen Deutschen
Predigten dokumentiert. Sie haben dem ‚Meister Eckhart’ bis heute bleibende Resonanz gegeben – etwa
bei Robert Musil, der sich bei dem Stichwort ‚taghelle Mystik’ ausdrücklich auf ihn beruft. In dreien der
Deutschen Predigten Eckharts (Deutsche Werke Nr. 28, 52 und 86 = Nr. 31, 32, 28 in der Zählung der
Ausgabe Quint) läßt sich besonders gut nachvollziehen, was er als Gelassenheit versteht, was solch
begriffenes Lassen einschließt und was es in ‚lebemeisterlicher’ Hinsicht bedeutet.
Armut des Geistes, Gottes quitt werden, ‚bei’ statt ‚in der Sorge zu stehen’, der Bezug zwischen vita
contemplativa und vita activa, der kein endloses Lassen von allem, sondern ein ‚Lassen des Lassens’
bedingt: diese Kernthemen wirklicher Gelassenheit lassen sich anhand und mit Hilfe der genannten drei
Predigten diskutieren.
In das Gespräch über die ‚Gelassenheit zu den Dingen’, die Heidegger in seiner Rede über Gelassenheit
aus der notwendigen Besinnung des Denkens folgert, wird das Seminar münden. Es soll zugleich
verdeutlichen, daß sich in zentralen Themen ‚mittelalterlichen’ Denkens ein sehr naher Spiegel des
gegenwärtig Erforderten findet.
Literatur:
Meister Eckhart, Werke I/II, hrsg. v. N. Largier, Frankfurt/M. 1993
Meister Eckehart, Deutsche Predigten und Traktate. Hrsg. und übers. v. J. Quint, München/Zürich 1979
Martin Heidegger, Gelassenheit, Pfullingen (bzw. Stuttgart) 1959
Der Dozent:
Prof. Dr. phil. habil. Johann Kreuzer, geb. 1954, Studium der Philosophie, Germanistik und Vergleichenden
Religionswissenschaft in Tübingen und Berlin (FU). Promotion 1984 mit einer Arbeit zu Hölderlin, Habilitation 1992 mit einer
Arbeit zu Augustinus. Nach Gastprofessuren und Lehrstuhlvertretungen in Prag, Münster, Berlin (HU) und an der Universität
zu Köln seit 2002 Professor für Geschichte der Philosophie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
Mehrere Bücher und zahlreiche Aufsätze zu religions-, kunst-, sprach- und geschichtsphilosophischen Themen von der Antike
bis zur Gegenwartsphilosophie.
Seminarzeiten:
1. Tag: 16.00 – 18.00 Uhr, anschließend gemeinsames Abendessen im Hotel Engel
2. Tag: 09.30 – 10.30 und 11.00 – 12.00 Uhr und 16.00 – 18.00 Uhr
3. Tag: 09.30 – 10.30 und 11.00 – 12.00 Uhr
4. Tag: 09.30 – 10.30 und 11.00 – 12.00 Uhr und 16.00 – 18.00 Uhr
5. Tag: 09.30 - 10.30 und 11.00 – 12.00 Uhr |
| Veranstaltungsort: |
| Adresse: |
Bergwelt Südschwarzwald Kurhausstr.18 79674 Todtnauberg |
| Veranstalter: |
| Adresse: |
Bergwelt Südschwarzwald |
| Telefon: |
Telefon: +49 (0)7671 / 9 69 69-0 Fax: +49 (0 |
| E-Mail: |
todtnauberg@bergwelt-suedschwarzwald.de |
| Homepage: |
http://www.heidegger-todtnauberg.de/ |
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