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philosophisches café: georg seeßlen |
| Beginn: |
29.10.2012 19:00 |
| Karte: |
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Thema: Gegen Untote und Blödmaschinen – oder: Lob des Denkens
Gast: Georg Seeßlen, Reinhard Kahl moderiert
„Aber ist es nicht ein Kreuz, wie immer wieder der Dumme sich in den Wissen-Wollenden, und der in den Erkennenden und dieser sich wieder in den Gelehrten verwandelt, so dass wir beim Denken vor allem dem Erreichen einer höheren Stufe der Dummheit zusehen?”
Um den Anschein von Dummheit zu vermeiden, ist es so verführerisch, auf das Denken zu verzichten. Was dann an dessen Stelle gesetzt wird, nennt Georg Seeßlen ,Blödmaschinen’. Sie sind für Konsumenten ebenso profitabel wie für Produzenten und könnten zum herrschenden Aggregatszustand der Gesellschaft werden. „Blödmaschinen – Die Fabrikation von Stupidität” heißt Seeßlens vorletztes Buch (Suhrkamp). Eine Frage aus seinem jüngsten Buch: „Was verliert ein Mensch an Wahrnehmung und Erkenntnis, der nicht mehr über den Schmerz mit der Welt verbunden ist? Wird der schmerzfreie Post-Mensch bloß zum ironisch coolen Rationalisierer á la Mr. Spock oder doch zum Empathie-unfähigen Monster?” Das Buch heißt „Wir Untote” (Matthes & Seitz). Die Zombies oder Untoten hat der Filmkritiker und Medientheoretiker, Semiotiker und Journalist Georg Seeßlen genau studiert, und es kann einen schon schaudern, wenn man mit ihm den Verzicht auf Denken, die Vermeidung von Schmerzempfinden und die Versuche den Tod abzuschaffen verfolgt. Was braut sich zusammen? „Das Ding-Werden liegt in der Natur des Menschen und im Interesse des Kapitals.”
Nach den Abenden mit Oskar Negt und Bernhard Pörksen ist dieser der dritte im Philosophischen Café, der dem Wandel der Öffentlichkeit nachgeht. Seeßlen sieht in den Inszenierungen auf den Märkten, die die Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit ablösen, nichts Gutes. „Wenn an die Stelle des öffentlichen Raums der des Mediums und an die Stelle sozialer Praxis das Spektakel getreten ist, so muss das innere Sich-Selbst-Gleichsein gegen die Maske vertauscht werden.” Aber vielleicht könnten die Menschen die „Zone des Untodes durchwandeln um danach neu geboren oder neu erfunden zu sein?” Er zitiert Hannah Arendt: „Die Revolte beginnt damit, das eigene Leben zurück zu fordern.”
Karten ab 20. September in der Buchhandlung Samtleben und allen bekannten Vorverkaufsstellen
Eintritt: 8,-/6,-/4,- |
| Veranstaltungsort: |
| Adresse: |
Literaturhaus Hamburg e.V. Schwanenwik 38 22087 Hamburg |
| Veranstalter: |
| Adresse: |
Literaturhaus Hamburg |
| Telefon: |
040-22 70 20 11 |
| E-Mail: |
info@literaturhaus-hamburg.de |
| Homepage: |
http://literaturhaus-hamburg.de |
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