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Titel: Was sollen wir glauben?
Beginn: 15.11.2012 18:00
Karte: Bei Google Maps anzeigen
Beschreibung: Was sollen wir glauben? Diese Frage stellt sich in unserem Alltag ständig; sie stellt sich aber natürlich auch im Bereich der Religion. Ist es vernünftig oder rational zu glauben, dass es einen Gott gibt, so wie ihn das Christentum versteht? Oder sprechen die besseren Argumente gegen die Existenz eines solchen Wesens? Vor gut 100 Jahren haben William Clifford und William James eine heftige Debatte um diese Fragen geführt. Clifford vertrat einen rigorosen Standpunkt: Es ist immer, überall und für jeden falsch, etwas auf der Grundlage unzureichender Belege zu glauben; James dagegen scheint auf den ersten Blick toleranter: Wenn eine Frage ihrer Natur nach nicht aus intellektuellen Gründen entschieden werden kann, dann dürfen auch unsere Gefühle eine entscheidende Rolle spielen. Wenn man die Debatte zwischen Clifford und James richtig verstehen will, muss man zwischen epistemischen und nicht‐epistemischen Gründen unterscheiden. Epistemische Gründe sind Umstände, die es zumindest wahrscheinlich machen, dass eine Überzeugung wahr ist. Nicht‐epistemische Gründe haben dagegen weniger mit der Wahrheit als mit der Nützlichkeit einer Überzeugung zu tun. Wenn ich besser schlafe, falls ich glaube, dass ein Schutzengel über meinen Schlaf wacht, hilft mir diese Überzeugung zu einer ruhigeren und entspannteren Nachtruhe. Aber das macht es natürlich nicht wahrscheinlicher, dass es tatsächlich so ist. Ist es rational nach Lourdes zu fahren, weil man hofft, dort von einer schweren Krankheit zu genesen? Nach den vorliegenden Zahlen beträgt die Wahrscheinlichkeit auf eine Wunderheilung in Lourdes etwa eins zu hunderttausend. In etwa demselben Bereich liegt aber auch die Rate von Spontanheilungen bei Krebs. Die Fakten sprechen also eindeutig dagegen, dass Lourdes ein Ort mit besonderer Heilkraft ist. Ist es also irrational, wenn jemand dennoch glaubt, dass ein Besuch in Lourdes ihm helfen wird? Zumindest lässt sich Folgendes sagen: Es mag für den Kranken nützlich sein, diese Überzeugung zu haben, vielleicht kann er nur mit der Hoffnung, die sich auf diese Überzeugung gründet, sein Leben überhaupt weiter ertragen. Aber die intellektuelle Redlichkeit gebietet auch, sich

Referent ist Prof. Dr. Ansgar Beckermann von der Universität Bielefeld.

Donnerstag, 15.11.2012, 18.00-20.00 Uhr
Veranstaltungsort:
Adresse: Philosophisches Institut
Eilfschornsteinstraße 16, Pausenhalle des Philosophischen Instituts
52062 Aachen
Veranstalter:
Adresse: Rwth Aachen - Philosophisches Institut
Maria Haitz
Telefon: 0241 80-96 008
E-Mail: maria.haitz@ post.rwth-aachen.de
Homepage: http://www.philosophie.rwth-aachen.de/go/id/thw/?lang=de

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