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| Titel: |
Vom Ursprung der Geschichte: Der Erfinder der Historik - Herodot von Harlikarnas |
| Beginn: |
25.11.2011 20:00 |
| Karte: |
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HERODOT von Harlikarnassos (~ 490 - ~ 425 a.Chr.) engagierte sich in seiner Geburtsstadt politisch und stürzte den Tyrannen Lygdamis. Unzufrieden mit den hieraus resultierenden Zuständen nach dem Tyrannensturze wanderte er nach Unteritalien aus und beteiligte sich an der Gründung der Kolonie Thurioi. Die ihm eigene innere Unruhig triebe ihn zu langjährigen und umfangreichen Reisen nach Ägypten und den Vorderen Orient bis Babylon, um die uralte Feindschaft zwischen Griechen und Persern zu ergründen und deren Ursachen aufzudecken: die nicht zu vermittelnden Dissonanzen der kontradiktorisch entgegengesetzten Kulturen von Orient, Persien, und Okzident, Griechenland; – der „Clash of Civilizations“, wie wir modern sagen, wirkt auf besondere Weise bis in die Gegenwart!
Herodot beschreibt in seinem grandiosen Werk „Historien“ die historischen, geographischen und, insbesondere, die kulturellen Daten, die er auf seinen Reisen konkret vor Ort eruiert. Er setzt sich mit den lebendig erfahrenen Eigenarten der Kulturen auseinander. Er registriert im Anspruche von Objektivität die einzelnen Momente und bedenkt diese in kritischer Distanz, so dass jedes Moment immer zugleich das Ganze spiegelt; und also nicht nur den eigenen kulturellen Kontext, sondern ebenso sehr den differenzierenden Bezug zu anderen Kulturen.
Aber nicht nur die eruierten Daten reflektiert Herodot in kritischer Distanz, sondern vielmehr auch und besonders sein eigenes Bedenken der empirisch vernommenen Tatsachen, um die verfälschende Subjektivität des Meinens konsequent auszuschließen. Auf diese Weise gelingt es Herodot, die Differenzen der Kulturen, deren Ursachen und die elementaren Gründe für ihre Feindschaft – ganz aus sich selbst heraus sich offenbaren zu lassen.
Die „Historien“ des Herodot gelten durch die angezeigte wissenschaftliche Objektivität seines Herangehens an den Sachgehalt denn auch wohlbegründeter Weise als die erste Ausführung einer Universalgeschichte. Herodot bettet das Heranwachsen des Perserreiches zur Großmacht im 6.Jh.a.Chr. und dessen Kriege mit den Griechen im ersten Viertel des 5.Jh.a.Chr. ein in den Gesamtzusammenhang der Kulturen, die politisch diesen geographischen Raum bestimmen. Herodot fragt daher kontextorientiert nach den Ursachen dieser spezifischen Konfrontation zwischen Persien und Griechenland; insbesondere nach der Notwendigkeit, weshalb derartige kulturelle Differenzen in kriegerischen Ereignissen – z.B. die Schlacht bei Marathon – sich austoben müssen. – Ein auch in der Moderne noch immer zuhöchst relevante Fragestellung!
Die Gegenwart, die ihre Geschichte nicht kennt und nicht in kritischer Distanz – vorzüglich gegenüber sich selbst – bedenkt, die liefert sich selbst hilflos den herrschenden Gegebenheiten aus: die Gegenwart hängt wie eine Marionette an den Fäden ihrer Geschichte, – so lange sich die Gegenwart weigert, der geforderten Denk- und Erkenntnisleistung zu genügen.
Cicero nennt Herodot daher ganz richtig: „Vater der Geschichtsschreibung“.
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| Veranstaltungsort: |
| Adresse: |
KULTURHALLE RÖDERMARK / Graf-Reinhardt-Saal Dieburger Straße 27 63322 RÖDERMARK |
| Veranstalter: |
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FORUM - RÖDERMARK Dr. Rüdiger E. Böhle |
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