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Titel: „Cioran - abgeklärter Müßiggänger“
Beginn: 07.04.2011 19:30
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Beschreibung: Wien (APA/AFP) - Am 8. April jährt sich der Geburtstag des Schriftstellers und Philosophen Emil Mihai Cioran (1911-1995) zum 100. Mal. Auch 16 Jahre nach seinem Tod in Paris wird der gebürtige Rumäne, der den größten Teil seiner Schriften in französischer Sprache verfasste, als radikaler Denker bewundert und als scharfsinniger Aphoristiker und Essayist geschätzt. Am Donnerstag (7. April) wird ihm unter dem Titel „Cioran - abgeklärter Müßiggänger“ im Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses in Wien ein Abend gewidmet.

Gezeigt wird dabei ein Interview-Ausschnitt aus dem Film „Die Apokalypse nach Cioran“ von Gabriel Liiceanu und Sorin Iliesiu. Die Philosophen Madalina Diaconu und Peter Kampits sowie der Musiker Franz Koglmann unterhalten sich in einer Alfred Koch moderierten Podiumsdiskussion über Ciorans Bedeutung. Zum Abschluss spielt das ensemble xx. jahrhundert unter der Leitung von Peter Burwik Franz Koglmanns Komposition „Nocturnal Walks“, in der die Stimme Ciorans zu hören ist. Koglmann nimmt in dem in Sibiu uraufgeführten Stück Bezug auf Ciorans Werk und dessen von schlaflosen Nächten gekennzeichnete Aufenthalte in Sibiu.

E. M. Cioran wurde am 8. April 1911 als Sohn eines russisch-orthodoxen Klerikers in Rasinari bei Sibiu (Hermannstadt) in Siebenbürgen geboren. Von 1928 bis 1931 studierte er Philosophie an der Universität Bukarest, wobei er sich vor allem mit der „Schöpferischen Entwicklung“ von Henri Bergson beschäftigte. Weitere Anregungen verdankte Cioran so unterschiedlichen Philosophen und Schriftstellern wie Blaise Pascal, Immanuel Kant, Arthur Schopenhauer, William Shakespeare und Fjodor Dostojewski. 1937 erhielt Cioran ein Stipendium für Studien in Paris, wo er sich niederließ und bis zu seinem Tod ein spartanischer Einsamkeit lebte.

Ernste und düstere Themen beherrschen Ciorans Werk. In „Lehre vom Zerfall“, seiner ersten französischen Schrift aus dem Jahr 1949, notierte er: „Der Mensch ist ein befristeter Selbstmörder“. Cioran machte kein Hehl aus seiner Sympathie für die „Eiserne“ Garde“, eine 1923 in Rumänien entstandene Variante des Faschismus. Noch im Alter von 50 Jahren schrieb er: „Ich habe mir dennoch eine Schwäche für Tyrannen bewahrt, die ich immer noch den Erlösern und Propheten vorziehe.“ In „Geschichte und Utopie“ setzte er sich mit dem 20. Jahrhundert auseinander und beklagte die heutige Zivilisation, die Regelwidriges und Fantasie ausgrenzt. „Dem, was ich geschrieben habe kann man nicht Beifall klatschen, mein Werk ist ein Werk der Negation“, begründete Cioran 1988 die Ablehnung eines hoch dotierten Preises der Academie Francaise.

Zu Ciorans ins Deutsche übersetzten Werken gehören „Auf den Gipfeln der Verzweiflung“, „Geschichte und Utopie“, „Die verfehlte Schöpfung“, „Syllogismen der Bitterkeit“, „Vom Nachteil geboren zu sein“, „Der Absturz in die Zeit“, „Widersprüchliche Konturen“ und „Der zersplitterte Fluch“. Kürzlich erschien im Suhrkamp Verlag „Über Deutschland“, eine Sammlung von Aufsätzen aus den Jahren 1931 bis 1937.

Eintritt: EUR 15,-/17,-
Veranstaltungsort:
Adresse: ORF RadioKulturhaus, Großer Sendesaal
Argentinierstraße 30a
1040 Wien
Veranstalter:
Adresse: RadioKulturhaus ORF
Telefon:  
E-Mail:  
Homepage: http://radiokulturhaus.orf.at/radiokulturhaus/artikel/270606

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