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| Titel: |
Philosophisches Café: Gehirn und Gedicht |
| Beginn: |
28.04.2011 19:00 |
| Karte: |
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| Beschreibung: |
Gäste: Arthur Jacobs und Raoul Schrott
Reinhard Kahl moderiert
„...denn – das Auge – wandert auch – über diese – Zeile – in ruckartigen Sprüngen, die man ,Sakkaden‘ nennt.“
Wir lesen nicht wie ein Scanner. Die Augen springen zwischen den Buchstaben, sogar zwischen den Zeilen hin und her. Das Gehirn macht sich von den Wörtern und den Sätzen Bilder, und zugleich werden Bedeutungen hervorgerufen. Die Bedeutungen bewegen nicht nur den Verstand, sondern den Körper. Sie gehen tatsächlich ins Mark, messbar im Knochenmark oder in der Milz. Lesen irritiert. „Unter diesem Gesichtspunk ist das Lesen eine milde Form von psychosomatischer Erkrankung.” Unsere Lesefähigkeit stützt sich auf alte stammesgeschichtliche Routinen, die kombiniert werden, die also nicht völlig synchron laufen. Wir kopieren den Text nicht ins Gehirn wie von einer Datenbank in eine andere. Jeder Leseakt bringt Neues zur Welt. Beim Lesen der Vorlage erschaffen wir noch nie Dagewesenes. Was ist da los im Gehirn? Zwischen seinen Zentren und zwischen dem Menschen und der Welt?
Der Dichter Raoul Schrott ist im Tandem mit dem Hirnforscher Arthur Jacobs der Art und Weise wie wir unsere Wirklichkeit konstruieren auf der Spur. Oder sollte man nicht sagen, unseren multiplen Wirklichkeiten? Mit dem Sensorium des Dichters und dem Wissen der Neurobiologie ahmen sie in ihrem Duo zuweilen dieses polyphone Konzert nach, das sich ins uns und zwischen uns abspielt. Die Expeditionen des Tandems sind aufregend. Weniger durch große Thesen, sondern im Einzelnen. Warum können wir uns beim Lesen so in ein Buch vertiefen, dass wir die Welt um uns vergessen? Warum gehen uns Reime ein Leben lang durch den Kopf, und warum schlagen Metaphern manchmal ein wie der Blitz? Und wie kann aus der großen Dissonanz Dichtung entstehen? Das Buch von Raoul Schrott und Arthur Jacobs „Gehirn und Gedicht – Wie wir unsere Wirklichkeiten konstruieren” ist in diesem Frühjahr im Hanser Verlag erschienen. „Was in unserem Hirn hat solche imaginativen Transfers ermöglicht? Es löst Strukturen von ihrem ursprünglichen Kontext ab, um sie in einen anderen zu übertragen. Alles Wissen wird damit ,re-präsentiert‘, seiner ursprünglichen Funktionalität entfremdet und auf einen anderen Bereich projiziert.”
Vorverkauf ab 18. März in der Buchhandlung Samtleben und allen bekannten Vorverkaufsstellen.
Eintritt: 12,-/10,-/8,- |
| Veranstaltungsort: |
| Adresse: |
Literaturhaus Hamburg Schwanenwik 38 22087 Hamburg |
| Veranstalter: |
| Adresse: |
Literaturhaus Hamburg Moderator: Reinhard Kahl |
| Telefon: |
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| E-Mail: |
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| Homepage: |
http://www.literaturhaus-hamburg.de/lit/schedule/5120/philosophischescaf%EF%BF%BDarthurjacobsr.html |
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