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| Titel: |
Friedrich Schiller über die ästhetische Erziehung des Menschen |
| Beginn: |
03.05.2011 16:00 |
| Karte: |
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| Beschreibung: |
Die Briefe Über die ästhetische Erziehung des Menschen hat Schiller selbst für seine bedeutendste theoretische Schrift gehalten. Freilich: Niemandem, der sich für die Kunstphilosophie Schillers und überhaupt des Deutschen Idealismus und der Romantik interessiert, kann sich "die Mühsal einer Wanderung durch die Antinomien und Äquivokationen, die Schillers ästhetische Schriften ebenso berüchtigt gemacht haben, wie sie berühmt sind" (P. Szondi), ersparen. Die Schrift hat bei ihrem Erscheinen Aufsehen erregt, und sie wird bis in die Gegenwart immer wieder zitiert. Sie vereinigt auf einzigartige Weise die Zeitdiagnose mit der Analytik des Schönen, sie erörtert in kulturanthropologischer und geschichtsphilosophischer Perspektive die spezifische Leistung der Kunst für die Ausbildung der Humanität, ohne doch das Prinzip der Autonomie aufzugeben, das die Kunst von lebenspraktischen Bezügen freistellt. Ihr großes Thema ist das Versöhnungspotential der Kunst angesichts einer Krise, die die Gesellschaft ebenso wie das Individuum ergriffen hat. Während die griechische Antike, so argumentiert Schiller, dem Einzelnen ermöglicht habe, ein Ganzes zu sein, sei die moderne Subjektivität mit sich selbst im Widerspruch: "Der Genuß wurde von der Arbeit, das Mittel vom Zweck, die Anstrengung von der Belohnung geschieden. Ewig nur an ein einzelnes kleines Bruchstück des Ganzen gefesselt, bildet sich der Mensch selbst nur als Bruchstück aus, ewig nur das eintönige Geräusch des Rades, das er umtreibt, im Ohre, entwickelt er nie die Harmonie seines Wesens, und anstatt die Menschheit in seiner Natur auszuprägen, wird er bloß zu einem Abdruck seines Geschäfts, seiner Wissenschaft" (6. Brief). Bis heute gilt dieser Passus als eine der frühesten und eindrucksvollsten Darstellungen der Entfremdung der modernen Zivilisation, und womöglich ist es die diagnostische Kraft, die Schillers Abhandlung in der Betrachtung des Individuums, der Gesellschaft und der Künste aufbringt, die die Kunstphilosophie bis heute veranlasst hat, auf sie zustimmend oder kritisch zurückzugehen. Zur Anschaffung empfohlener Text: Friedrich Schiller, Über die ästhetische Erziehung des Menschen. Hrsg.: Klaus L. Berghahn. Reclam, Ditzingen 2000. RUB 18062. Preis: 6,80 Euro In Kooperation mit der Lessing-Hochschule.
8 Termine: 03.05. - 28.06.2011
Gebühr: 79.80 EUR |
| Veranstaltungsort: |
| Adresse: |
Haus der Weiterbildung, Raum 204 Goethestr. 9-11 12207 Berlin-Lichterfelde |
| Veranstalter: |
| Adresse: |
VHS Berlin Laurenz Ungruhe |
| Telefon: |
(030) 90299 5020 |
| E-Mail: |
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| Homepage: |
http://www.vhsit.berlin.de/VHSKURSE/BusinessPages/CourseDetail.aspx?id=267546 |
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