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Vortrag: Klaus Blode über »Don Quijote« |
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04.11.2016 19:00 |
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»Als seine Vernunft bereits hoffnungslos verflogen war, verfiel er auf den seltsamsten Gedanken, dem je ein Verrückter auf der Welt verfallen war [...] ein fahrender Ritter zu werden [...] und all das zu vollführen, was die fahrenden Ritter, wie er gelesen hatte, vollführten, jeglichem Unrecht abzuhelfen, Gefechten und Gefahren zu trotzen und ewigen Ruf und Ruhm zu erlangen.«
Der zweiteilige Roman »Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha« - veröffentlicht 1605/1615 - sollte nach der erklärten Absicht von Miguel de Cervantes eine Parodie auf die Ritterromane sein. So übernimmt er das Figureninventar (Ritter und Knappe), die Handlungselemente (Ritterschlag, Auszug zu Abenteuern, Verteidigung der Armen und Schwachen, Verehrung der Dame). Das Geschehen spielt sich indessen nicht – wie in den Ritterromanen – in fernen Zeiten und Räumen ab, sondern in der nahen Gegenwart und mitten in Spanien. Auch der Held, eben kein heldischer Übermensch, ist ganz der gesellschaftlichen Wirklichkeit Spaniens um die Wende zum 17. Jahrhundert entnommen. Bei der Konzeption eines Helden, der als Don Quijote aus der Enge seines Standes im Eisernen Zeitalter herausstrebt in ein Goldenes Zeitalter vergangener Ritterideale, scheint ein Zusammenhang mit der psycho-sozialen Situation und den Visionen und Träumen des Autors in früheren Jahren – vom Ruhm als Schriftsteller und Soldat im Dienste nationaler Größe – und ihrem endgültigen Scheitern kein Trugschluss. Man hat zu Recht diesen Zusammenhang als vielleicht wichtigste Motivation zum Schreiben dieses Romans angesehen.
Der Text wäre nicht so berühmt, läge sein Deutungspotential nicht weit jenseits der bloßen Parodie. Er berührt u.a. so überzeitliche Fragen wie die nach Idealismus und menschlicher Moral angesichts einer widerstrebenden Wirklichkeit wie den Ausschluss des Wahnhaften im Zeitalter der Vernunft. So ist Don Quijote über den Text hinaus zu einer archetypischen Figur in Kunst und Literatur geworden und wurde 2002 in Oslo von 100 bekannten Schriftstellern zum besten Buch der Weltliteratur gewählt.
Klaus Blode, Studiendirektor i.R., war zuletzt Fachbetreuer für Englisch, Französisch, Spanisch und Latein an der internationalen NATO-Schule in den Niederlanden. Als stellvertretender Vorsitzender der Spanischlehrer in Bayern setzte er sich u.a. für Spanisch nicht nur als Wahlfach, sondern auch als Abiturfach am bayerischen Gymnasium mit Erfolg ein.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Buchhandlung Backhaus.
Der Eintritt ist frei! |
| Veranstaltungsort: |
| Adresse: |
LogoI Institut für Philosophie und Diskurs Jakobstraße 25a 52064 Aachen |
| Veranstalter: |
| Adresse: |
LOGOI. Institut für Philosophie und Diskurs. Stefanie Schlößer, Oliver Oschmann |
| Telefon: |
0241 16025088 |
| E-Mail: |
phil@logoi.de |
| Homepage: |
http://www.logoi.de |
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