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Katinka Schweizer: Identität im Zwischenraum: Körpererfahrungen bei Intergeschlechtlichkeit |
| Beginn: |
23.11.2016 19:00 |
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Wie hängen Körpererfahrung, Geschlecht und Identität zusammen? Freud betrachtete frühe Körpererfahrungen als wesentlich für die psychosexuelle Entwicklung und damit indirekt auch für die Identitätsbildung. Erik Erikson hob in seinem späteren Identitätskonzept die inhärente Dialektik zwischen individueller Einzigartigkeit und kollektiver Zugehörigkeit hervor. Heute wird die Entwicklung einer eigenen Geschlechtsidentität als zentrale Entwicklungsaufgabe eines jeden Kindes gesehen. Unter der Geschlechtsidentität verstehen wir das subjektive Gefühl, einem Geschlecht anzugehören.
Die Auseinandersetzung mit Intergeschlechtlichkeit, früher auch als Hermaphroditismus bezeichnet, kommt am Körper nicht vorbei. Ein Grundproblem zeigt sich in der Versprachlichung körpergeschlechtlicher Entwicklungsverläufe, die weder „typisch männlich“ noch „typisch weiblich“ sind: Der professionelle Umgang mit Intersexualität war lange durch Verschweigen, Machbarkeit und Vereindeutigungstendenzen geprägt. Ein weiteres Problem zeigt sich in der menschlichen Unfähigkeit, besonders im Bereich des Geschlechtlichen, komplex zu denken.
Im Vortrag soll das Wechselspiel von Körper, Identität und Geschlecht anhand aktueller Kontroversen im Umgang mit Intersexualität vertieft werden.
Dr. Katinka Schweizer ist als Sexualwissenschaftlerin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und als Psychologische Psychotherapeutin mit tiefenpsychologischer Fachkunde tätig.
Die Vorlesungsreihe des studium universale findet jeden Mittwoch um 19Uhr an der Universität Leipzig statt.
Identität. Jeder hat diesen Begriff schon einmal verwendet. Sobald man jedoch anfängt, darüber nachzudenken, beginnt die im Wort Identität beschworene Eindeutigkeit sich aufzulösen. Wer sind wir, wer bin ich? Die Antwort liegt im Fragezeichen. Man mag folglich zunächst an psychologische Aspekte denken, an Begriffe, wie Identitätskrise, Identitätsverlust und Identitätssuche oder eben an Heraklits Satz „es ist unmöglich, zweimal in denselben Fluss hineinzusteigen“. Ein Universalgelehrter, wie Gottfried Wilhelm Leibniz, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 300.Mal jährt, hat wiederum ganz pragmatisch definiert, „dass ein Gegenstand A genau dann mit einem Gegenstand B identisch ist, wenn sich zwischen A und B kein Unterschied finden lässt“. Ist Identität also der Mangel an Sinnesschärfe?
Menschen, die sich in der einen oder anderen Weise mit „Identität“ beschäftigen, werden uns in diesem Semester Einblicke in Ihre Universen verschaffen. Wir werden über Fragen der Geschlechtsidentität und Transsexualität nachdenken, über Identität im religiösen und nationalen Zusammenhang sprechen und unter anderem erfahren, was es mit dem Hitlerbärtchen auf sich hatte. Eine Podiumsdiskussion über die Identitätsstiftende Wirkung von Kunst ist ebenfalls im Programm.
Gemeinsam mit unseren Partnern, der Stiftung „Friedliche Revolution“, der Volkshochschule der Stadt Leipzig und dem Grassimuseum für Völkerkunde möchten wir Sie herzlich einladen, unsere Veranstaltungen im Wintersemester 2016/17 zu besuchen.
Wir freuen uns auf Sie!
Herzlich,
Frank Gaunitz
Arbeitskreis studium universale |
| Veranstaltungsort: |
| Adresse: |
Universität Leipzig Universitätsstraße 3, Hörsaal 1 04107 Leipzig |
| Veranstalter: |
| Adresse: |
studium universale Dominik Becher |
| Telefon: |
0341/97-37395 |
| E-Mail: |
studiumuniversale@uni-leipzig.de |
| Homepage: |
http://www.zv.uni-leipzig.de/studium/weiterbildung/studium-universale.html |
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