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Titel: Friedrich Tietjen: Führerbart und Volkskörper oder Hitler wie ihn keiner kennt
Beginn: 19.10.2016 19:00
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Beschreibung: Das Fotobuch “Hitler wie ihn keiner kennt” erschien ab 1932 in einer Gesamtauflage von mehr als 400.000 Exemplaren. Neben repräsentativen Porträts zeigt es einen Hitler, der in der Zeitung blättert, mit Freunden zusammensitzt, auf die See schaut. So verquickt der Band die politische Person mit einer geradezu menschlich-privaten, die die kleinen Freunden des Alltags genießt und in diesen Situationen als der unverwechselbare „Führer“ nur durch seinen Bart markiert wird. Hoffmanns Buch ist nur eines von vielen Medien, durch die Hitlers Physiognomie in diesen Jahren im Alltag omnipräsent und unvermeidlich war. Wenn sich daher Männer in Deutschland ebenfalls einen Zweifingerbart stehen ließen, wussten sie, auf wen sie sich damit bezogen. Sie eigneten sich mit dem Bart jenen Teil der physischen Erscheinung Hitlers an, der dieser Anverwandlung zugänglich ist. Wenn so der Hitlerbart aus dem Volkskörper wächst, gehen der politische und der sterbliche Körper des „Führers“ eine unheimliche Synthese mit den Körpern der Untertanen ein: Führerkörper und Volkskörper werden identisch.

Dr. Friedrich Tietjen ist Kurator an der Wiener Secession, Publizist und Gastprofessor an verschiedenen Kunstakademien, u.a. in Wien und Leipzig. Er publiziert zur Theorie und Geschichte von Kunst, Fotografie, Mode, Radio, Verpackungen, Recycling.

Die Vorlesungsreihe des studium universale findet jeden Mittwoch um 19Uhr an der Universität Leipzig statt.

Identität. Jeder hat diesen Begriff schon einmal verwendet. Sobald man jedoch anfängt, darüber nachzudenken, beginnt die im Wort Identität beschworene Eindeutigkeit sich aufzulösen. Wer sind wir, wer bin ich? Die Antwort liegt im Fragezeichen. Man mag folglich zunächst an psychologische Aspekte denken, an Begriffe, wie Identitätskrise, Identitätsverlust und Identitätssuche oder eben an Heraklits Satz „es ist unmöglich, zweimal in denselben Fluss hineinzusteigen“. Ein Universalgelehrter, wie Gottfried Wilhelm Leibniz, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 300.Mal jährt, hat wiederum ganz pragmatisch definiert, „dass ein Gegenstand A genau dann mit einem Gegenstand B identisch ist, wenn sich zwischen A und B kein Unterschied finden lässt“. Ist Identität also der Mangel an Sinnesschärfe?

Menschen, die sich in der einen oder anderen Weise mit „Identität“ beschäftigen, werden uns in diesem Semester Einblicke in Ihre Universen verschaffen. Wir werden über Fragen der Geschlechtsidentität und Transsexualität nachdenken, über Identität im religiösen und nationalen Zusammenhang sprechen und unter anderem erfahren, was es mit dem Hitlerbärtchen auf sich hatte. Eine Podiumsdiskussion über die Identitätsstiftende Wirkung von Kunst ist ebenfalls im Programm.

Gemeinsam mit unseren Partnern, der Stiftung „Friedliche Revolution“, der Volkshochschule der Stadt Leipzig und dem Grassimuseum für Völkerkunde möchten wir Sie herzlich einladen, unsere Veranstaltungen im Wintersemester 2016/17 zu besuchen.

Wir freuen uns auf Sie!
Herzlich,
Frank Gaunitz
Arbeitskreis studium universale
Veranstaltungsort:
Adresse: Universität Leipzig
Universitätsstraße 3, Hörsaal 1
04107 Leipzig
Veranstalter:
Adresse: studium universale
Dominik Becher
Telefon: 0341/97-37395
E-Mail: studiumuniversale@uni-leipzig.de
Homepage: http://www.zv.uni-leipzig.de/studium/weiterbildung/studium-universale.html

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