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"Lichttrunken". Manie und Erkenntnis beim späten Hölderlin |
| Beginn: |
16.10.2016 11:00 |
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Vortrag mit anschließender Diskussion von Dr. Horst Dieter Rauh, Aachen
Hölderlins Spätwerk ist ohne den Riss im Subjekt nicht zu denken. Ausgelöst durch den Tod seiner Freundin Susette 1802, Diotima genannt, datiert Hölderlins Weg in den Wahn oder anders: in die Manie. Platon nannte Manie eines der größten geistigen Güter und brachte sie mit dem Orakel von Delphi in Verbindung. Manie ist Verrückung der Wirklichkeit durch Aufhebung gängiger Regeln, erweiterte Wahrnehmung, eine unorthodoxe Art von Erkenntnis, ja Erleuchtung. Hölderlins Dichtung verändert sich von Grund auf nach dieser Lebenswende: Nichts mehr in seinem Spätwerk entspricht noch ästhetischer Konvention. Er selbst hat diesen Zustand, mit Blick auf seine "Erleuchtung" durch Apollon, als "lichttrunken" bezeichnet. Manie und Erkenntnis treten in ein dialektisches Verhältnis: Je mehr Hölderlin über die Grenzen der Umgangssprache hinausgeht, desto mehr gelangt er zu poetischen Erkenntnissen, die niemand zuvor formuliert hat. Dieser kreative Prozess kann nicht schlechthin als "Krankheit" beschrieben werden: Als erster Dichter der Moderne bestätigt Hölderlin die These von Jacques Lacan, dass die Funktion von Sprache nicht darin besteht, zu informieren, sondern zu evozieren. Die Verse aus dem Tübinger Turm nach 1806 leiten eine neue Phase ein: Hölderlin findet zurück zu den einfachen Formen, zum Reim. Der Riss im Subjekt will sich schließen.
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| Veranstaltungsort: |
| Adresse: |
Café Libresso Fleischmengergasse 29 50676 Köln |
| Veranstalter: |
| Adresse: |
Karin Farokhifar |
| Telefon: |
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| E-Mail: |
karin.farokhifar@int-gip.de |
| Homepage: |
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