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| Titel: |
Kants Systeme: Gastvortrag von Reinhard Brandt |
| Beginn: |
11.11.2015 18:00 |
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Erst hundert Jahre nach der zweiten Veröffentlichung der Kritik der reinen Vernunft (1887) behauptete der berühmte Kant-Interpret Erich Adickes (wie selbst der Titel seiner damals veröffentlichten Dissertation nahelegt), dass man eine gewisse „Systematik“ „als mitbildender Faktor bei der Entstehung“ des Kantischen „Systems“ anzunehmen habe. Adickes habe laut Brandt mit diesem Punkt nicht nur eine richtige, sondern eine sehr wichtige Intuition artikuliert. Jedoch gelinge es ihm nicht, den Schlüssel für die Entzifferung dieser Systematik zu finden. Dementsprechend wurde das Problem von Adickes selbst lediglich umrissen, ohne dass es ihm aber gelungen wäre, in die Logik des Kantischen Systems tatsächlich auch einzudringen. Die weitere Forschung hat dann die Frage nach dem Systemcharakter der Kantischen Philosophie ohne großes Interesse beiseitegeschoben oder in einer Weise behandelt, die aber für ein korrektes Verständnis der Kantischen Philosophie als solcher nicht passend sein kann. Dagegen versucht Professor Brandt mit seiner neusten Forschung, die Systematizität der Gesamtphilosophie Immanuel Kants in diesem Sinne korrekt und von innen heraus zu dechiffrieren. Den Ergebnissen seiner Analysen nach lasse sich Kants Gebrauch des Wortes „System“ in drei Klassen unterteilen: Erstens wird in Kants Werken von Systemen in umgangssprachlicher Bedeutung gesprochen; zweitens finden wir immer wieder die Rede von seinem eigenen Philosophie- und Vernunftsystem; und schließlich erweist der Aufbau seiner Erörterungen wiederholt eine Systempraxis mit einem festen Muster, das sich als 1, 2, 3 / 4 kodieren lässt. Dieses Muster wird von Kant unter dem Namen des Systems angewandt, aber als solches niemals thematisiert. Die Explikation des dritten Systemtyps bildet das zentrale Thema des Interesses und der Ausführungen von Professor Brandt, in deren Rahmen er folglich nicht nur die Hauptthesen von Kants Theorie, sondern ebenfalls wesentliche Teile seiner praktischen, ästhetischen und politischen Philosophie darzustellen weiß.
Zeit: 18:00-20:00 |
| Veranstaltungsort: |
| Adresse: |
Meerscheinschlössl Mozartgasse 3 8010 Graz |
| Veranstalter: |
| Adresse: |
Universität Graz, Institut für Philosophie Giuseppe Motta |
| Telefon: |
+43 (0)316 380 - 2305 |
| E-Mail: |
giuseppe.motta@uni-graz.at |
| Homepage: |
http://www.uni-graz.at/udo.thiel/site.php?show=8 |
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