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Titel: "Christentum und Moderne": Ein ungleiches Paar?
Beginn: 05.09.2015 10:00
Karte: Bei Google Maps anzeigen
Beschreibung: „Renaissance, Aufklärung und Technokratie sind unbestreitbare Folgen des Christentums.“ (Gomez Davila)

„Säkularisierung ist nicht als Schwinden oder Verabschiedung des Christentums zu verstehen, sondern als eine vollkommenere Erfüllung seiner Wahrheit…“ (Vattimo)

Der Begründer des Christentums orientierte sich nicht an seinen Vorfahren und zerriss das Band der Generationen. Fortan galt nicht mehr die Herkunft, sondern die Gegenwart bekam das Primat vor der Vergangenheit und die Zukunft das Primat vor der Gegenwart. Das Losreißen von Familienbanden und das Leben einer einzigartigen Bestimmung wurde eine große Tradition im Christentum (Mystiker, Asketen, Mönchstum). Die moderne Selbstbestimmung war geboren. Während im Katholizismus noch eine strenge Trennung zwischen dem gefallenen Diesseits und dem anzustrebenden Jenseits beibehalten wurde, wurde im

Protestantismus eine Versöhnung von Diesseits und Jenseits herbeigeführt. Die Säkularisierung der Welt begann. Der einzelne Mensch stand jetzt unmittelbar im Verhältnis zu Gott. Sein Erfolg in der Welt, sein eigenes Gewissen, seine eigene Tugend dienten ihm zur eigenen Rechtfertigung. Die Kirche verweltlichte sich und passte sich der Welt an. Der moderne Mensch, dem Gott gestorben war, anerkannte keinen anderen Herrn mehr über sich. Dafür unterwarf er sich abstrakten, anonymen Herrschern (Staat, Institutionen, Gesetze, Arbeitsmarkt etc.). Das moderne Individuum ist damit von Erniedrigung und Hochmut gleichzeitig gekennzeichnet. Aber gerade die Bewusstwerdung der eigenen Grenzen und der Verlust vom metaphysischen Glauben an Fortschritt und an ein besser werden der Welt, kann in der Heilsgeschichte des Christentums selbst gedacht werden. Denn die Stärke in der Schwäche und der Ohnmacht, die Selbstentäußerung, d.h. die Menschwerdung Gottes ist selbst ein Akt der Säkularisierung, die der Mensch mit der Renaissance und der Aufklärung begonnen, und in der Moderne konsequent fortgeführt hat. In der Spätmoderne wird mit den Dogmen und unhaltbaren Vorstellungen des Christentums ausgeräumt. Der tiefere Sinn seiner Botschaft kann aber so zum Vorschein kommen.

Die Beziehung von modernen Denken und christlicher Botschaft sich genauer anzusehen, bietet die Chance, Erlösung im Sinne von Ganzwerdung des Menschen neu zu denken.

Kosten: 50,- Euro inkl. kleines Buffet
Veranstaltungsort:
Adresse: Kaiserstraße 119
1070 Wien
Veranstalter:
Adresse: "Verrückt nach Sokrates" - Philosophische Praxis
Rene Tichy
Telefon: +43(0)664/1620758
E-Mail: tichy@verruecktnachsokrates.at
Homepage: http://www.vns.somee.com/vns_main.cshtml

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