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Eine Lanze für die Politik! |
| Beginn: |
24.03.2016 18:30 |
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Wer weiß zu sagen, was das eigentlich ist ? die Politik? Es wäre nicht verwunderlich, wenn es uns mit der Politik ginge wie beispielsweise mit der „Arbeit“ oder der „Liebe“: das ? scheinbar ? so Altvertraute entzieht sich uns, zeigt sich geradezu als das am meisten Fremde, wenn wir versuchen, es begrifflich zu fassen und aufzuschließen.
Und wahr ist auch ? Politik hat es schwer heutzutage und wir, die Bürgerinnen und Bürger, die sich selbst ? da sind wir fast schon beim Kern des Problems! ? leider viel zu sehr als „Publikum“ sehen, tun uns schwer mit der Politik.
Die Politik hat keine gute Presse. Mit Spott und Häme wider Politiker im Besonderen und die Politik im Allgemeinen können Comedians und Kabarettisten eine ganze Programmsaison bestreiten.Ubiquitäre Verachtung und selbstgerechte Schmähung des Politischen gehören wohl zu einer Epoche, die das Subjekt durch den Beobachter ersetzt.
Doch die all zu gern übersehene Wahrheit dabei ist schlicht: Wir haben die Politiker, die wir verdienen! Denn wir haben nicht nur mäßige Politiker, wir sind auch ein mäßiges Volk!
Unsere theoretische wie pädagogische Bringschuld bestünde längst in der Entübelung des Übels: Es gilt, Politik ? unabhängig von der oft genug erbärmlichen „Tagesform“ ihrer jeweiligen Sachwalter ? als jene Art sozialer Tätigkeit auszuzeichnen, die der Aufrechterhaltung der Vielfalt einer Ordnung dient und der Sicherung des Zustands geordneter Freiheit. Fritz Stern hat am Beispiel des „Rembrandtdeutschen“ gezeigt, dass es kein besseres Mittel wider Politikverdrossenheit und ästhetisches Unbehagen an der Politik gibt als den sachlich und historisch überzeugenden Nachweis, welche Leistung es war, eine Ordnung zu ersinnen und einzurichten, die nicht auf Gewalt, sondern auf Freiheit und Teilhabe sich gründet. Für einen Autor wie Bernhard Crick, der seine“Lanze für die Politik“ bereits in den 60er Jahren brach, war Politik entschieden mehr als nur das ominöse „kleinere Übel“; er verstand sie, unter Berufung auf Aristoteles und Hannah Arendt, als jene „Wohltat, durch die allein eine Gesellschaft als eine freie zu existieren vermag“. Auch wenn das antipolemische Pathos gelegentlich befremden mag, so bleibt doch die Rehabilitierung der Politik als nüchterner Auftrag gerade der allernächsten Zukunft festzuhalten; ihre Anerkennung und Wiedereinsetzung als das, was sich auch noch in ihren defizienten Formen ist: eine keineswegs selbstverständlichehochkulturelle Errungenschaft in der Evolution der Organisation ? wie das Private, die Wissenschaftsfreiheit, das Recht oder der Sozialstaat.
Abendvortrag, mögliche weitere Termine nach Absprache am 31. 03., 07. 04., 14. 04. 2016
Leitung: Prof. Dr. Bernd Guggenberger
Kosten: 8/6 €
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| Veranstaltungsort: |
| Adresse: |
VHS, Raum 121 Goethestr. 9-11 12207 Berlin-Lichterfelde |
| Veranstalter: |
| Adresse: |
VHS Steglitz-Zehlendorf Laurenz Ungruhe |
| Telefon: |
(030) 902995020 |
| E-Mail: |
service@vhssz.de |
| Homepage: |
http://www.vhs-steglitz-zehlendorf.de |
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