Anzeige


Stadt oder
Postleitzahl:

Z.B.:
oder
Münch...
80...
Volltextsuche:

Einführung/Hilfe
RSS-Feed


Titel: Die Bestimmung der Philosophie - Zur Theorie und Praxis philosophischen Erkennens
Beginn: 25.06.2015 09:30
Karte: Bei Google Maps anzeigen
Beschreibung: Die Selbstverständigung über die Natur der philosophischen Erkenntnistätigkeit und deren Stellung nicht nur im Verbund der Wissenschaften, sondern auch im Zusammenhang des menschlichen Lebens und Handelns gehört seit jeher zu den zentralen Aufgaben der Philosophie. Als genuin philosophische Fragestellung lässt sie sich indessen nicht unabhängig von der gleichzeitigen Stellungnahme zum Begriff der Erkenntnis, zur Naturkonzeption und zur Bestimmung des Menschen betrachten. Der konzeptuelle Raum, in dem diese Fragestellung verortet ist, wird durch drei nicht aufeinander reduzierbare Dimensionen gebildet. Zunächst mag man an die traditionelle Entgegensetzung zwischen der vita activa und der vita contemplativa als alternativer, aber sich möglicherweise gegenseitig erhellender Auffassungen der Bestimmung menschlichen Daseins denken. Als zweite Dimension davon zu unterscheiden ist die durch Kant beschriebene Entgegensetzung zwischen dem „Schulbegriff“ der Philosophie als Ideal eines logisch vollkommenen Systems der Erkenntnisse und dem „Weltbegriff“ der Philosophie als Quelle der Orientierung in Bezug auf die „wesentlichen Zwecke der menschlichen Vernunft“, die jedermann notwendig interessieren. Die Rede von wesentlichen Zwecken deutet jedoch bereits auf eine dritte konzeptuelle Dimension, die durch die Naturauffassung und den impliziten Gegensatz zwischen dem Natürlichen und dem Normativen einerseits, Mechanismus und Teleologie andererseits gebildet wird.

Das Anliegen der Konferenz ist es, diesen konzeptuellen Raum anhand ausgewählter Positionen der philosophischen Tradition zu erkunden. Insbesondere sind dies die Würdigung des bios theoretikos durch Aristoteles, die bei aller Gegensätzlichkeit in der Naturkonzeption verwandte Stellung des amor Dei intellectualis in Spinozas Ethik sowie die enge begriffliche Verflechtung von menschlicher Freiheit, Würde und wissenschaftlicher Einsicht in der klassischen deutschen Philosophie. Kontrapunktisch verhält sich dazu die Verschiebung des Akzents von der Theorie auf die Praxis als „Verwirklichung der Philosophie“ in der nachklassischen deutschen Philosophie, exemplarisch bei Feuerbach und Marx. Wirkt die dadurch eingeleitete, wiewohl auch mehrfach gebrochene und transformierte pragmatische Wende auch für den heutigen philosophischen Diskurs vielerorts noch bestimmend, so sind dennoch auch diejenigen Stimmen, wie z. B. von Adorno, zu vernehmen, die für die Rehabilitation des Begriffs der Kontemplation als Korrektiv gegen die einseitige Betonung der Praxis plädiert haben. Das Gemeinsame der genannten Positionen scheint uns darin zu liegen, dass entgegen szientistischer Reduktionen für das philosophische Erkennen ein spezifisches Ethos reklamiert wird. In Verbindung mit der historischen Exploration wollen wir die gegenwärtige Tragfähigkeit einer solchen Auffassung überprüfen.
Veranstaltungsort:
Adresse: Campus der Ruhr-Universität Bochum, Mensagebäude, Ebene 01, Tagungsraum 2
Universitätsstraße 150
44801 Bochum
Veranstalter:
Adresse: Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr. Birgit Sandkaulen
Telefon:  
E-Mail: forschungszentrum-kdp@rub.de
Homepage: http://www.ruhr-uni-bochum.de/philosophy/bestimmung_der_philosophie/index.html.de

Bookmark and Share
Anzeige
bla bla