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Titel: Mitten im Leben vom Tod umfangen Philosophisches Café zum Festival Europäische Kirchenmusik
Beginn: 14.07.2015 19:30
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Beschreibung: "Mitten im Leben vom Tod umfangen" - dieser Text aus dem Mittelalter trifft auch unsere heutige Lebenswirklichkeit. Dem Einbruch von Leben und Tod stehen wir heute wie damals staunend und fragend gegenüber, unmittelbar in unserer Existenz betroffen. Das diesjährige Festival Europäischer Kirchenmusik widmet sich geistlicher Musik und Kunstprojekten zu diesem Thema, beleuchtet Leben und Tod in ihren Einzelphänomenen und in ihrer Bedeutung für ein ganzheitliches Leben.
Philosophie, Religion und Dichtung sprechen über den Tod. Wie sprechen "wir" über Tod und Leben und wie "wollen" oder "können" wir die Sprachen der Religion, Dichtung oder Philosophie verstehen?

"Philosophieren sei nichts anderes, als sich auf den Tod vor zu bereiten. Ein Grund dafür ist, dass alle Weisheit letztlich darauf hinauslaufe, uns die Überwindung der Furcht vor dem Sterben zu lehren." So Michel de Montaigne im 1. Buch seiner Essais. Nicht anders Epikur in seinem berühmten Brief an Menoikeus: "Ferner gewöhne Dich an den Gedanken, dass der Tod für uns ein Nichts ist. Beruht doch alles Gute und alles Üble nur auf Empfindung, der Tod aber ist Aufhebung der Empfindung. Darum macht die Erkenntnis, dass der Tod ein Nichts ist, uns das vergängliche Leben erst köstlich." Doch wir sträuben uns und wollen der Logik und den Voraussetzungen seines Ratschlags nicht ohne weiteres folgen.

Rilkes ergreifendes Gedicht "Todes-Erfahrung" erkennt im Sterben eines Anderen einen "Streifen Wirklichkeit", der "durch jenen Spalt, durch den du hingingst" in unsere "Bühne" des Lebens bricht. Wir "spielen unser Leben" nach der Todes-Erfahrung weiter, aber anders, der Sonnenschein, das Leben der Natur, alles wird anders.

Religionen sprechen demjenigen Trost, der den Tod fürchtet; doch sie knüpfen an den Trost eine enge Bedingung, nämlich ihren Regeln und Weisungen zu folgen. "Folgen" und "verstehen" unterscheiden sich nicht mehr, wenn der Wahrheitsanspruch der Religion akzeptiert wird.
Doch das spezifische Nicht-Wissen über das, was ein "Leben" nach dem Tod ausmacht, muss sich auch im religiösen Text einer Bildersprache bedienen, da Alles zwar anders, aber auf eine verständliche Weise anders sein soll: Genau in diesem Sinn wird auch die Aussage der Religion zur Dichtung.

Schopenhauer, der a-theistische Ethiker, nennt den Tod die "große Zurechtweisung" des dem Leben innewohnenden Egoismus, eine letzte Begrenzung des individualistischen Traums der Selbstbestimmung. Doch ist die Frage, ob wir seiner Wendung zustimmen können: der Tod ist "die große Gelegenheit, nicht mehr Ich zu sein: wohl dem, der sie benutzt."

Ob in Bildern oder in Rätseln: die Rede über Tod und Leben führt uns nolens volens in die Nähe des Spiels um Tod und Leben, d.h. sie hat einen tieferen Ernst, als uns beim Reden oder Nur-Denken Recht ist.


Eintritt: 8 €

Weitere Infos und Anmeldung auf der Homepage
Veranstaltungsort:
Adresse: Münsterplatz 15
73525 Schwäbisch Gmünd
Veranstalter:
Adresse:  
Telefon:  
E-Mail:  
Homepage: http://www.gmuender-vhs.de

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